Die Schwangerschaft der Männchen

Seepferdchen fallen vor allem durch ihre bunten Farben und die eigenartigen Körperformen auf. Letztere machen es für die meisten Menschen schwierig, sie ihrem Bild eines Fisches zuzuordnen. Die eigentliche Besonderheit ihres Lebenszyklus jedoch bleibt auf den ersten Blick verborgen.

 

Fakten rund um Seepferdchen

Seepferdchen (Hippocampus) gehören zu den Seenadeln und tragen ihren Namen aufgrund ihres an ein Pferd erinnernden Kopfes. Auch die schräge, teilweise sogar senkrechte Körperhaltung im Wasser unterstützt diesen Eindruck. Aufgrund dessen fanden sie sogar Eingang in verschiedene Mythologien, so beispielsweise als Nachfahren der Zugpferde von Poseidons Streitwagen. Das hintere Körperende wiederum besteht aus einem geringelten Schwanz, der zum Festhalten genutzt wird. Indem sie ihn um Seegräser oder andere Bestandteile ihres Habitats wickeln, können sie verhindern, abgetrieben zu werden. Auch bei der Paarung ist er hilfreich, er wird außerdem zum Schwimmen genutzt. Allerdings können sie sich damit nur verhältnismäßig langsam fortbewegen.
Weltweit existieren mindestens 41 verschiedene Seepferdchenarten, die sowohl in tropischen als auch in gemäßigten Gewässern verbreitet sind. Die kleinsten von ihnen werden nicht einmal anderthalb Zentimeter groß, während die größten Längen von 35 Zentimetern erreichen. Ihr Farbspektrum ist groß, so gibt es sehr unauffällige Tiere, die sich in Braun- und Grüntönen ihrem Untergrund anpassen. Aber auch auffällige Arten wie das feuerrote, kleine Idiotropiscis lumnitzeri, das zitronengelbe Langschnauzen-Seepferdchen (Hippocampus reidi) oder das marmorierte Zwerg-Seepferdchen (Hippocampus bargibanti) finden sich. Diese leben häufig zwischen ebenso bunten Korallen.
Seepferdchen haben wenige natürliche Feinde, da sie durch ihre Bestachelung und auf dem Körper verteilte Knochenplatten unangenehm zu verspeisen sind. Sie geraten jedoch häufig als Beifang in Fischernetze, werden gelegentlich bejagt und leiden unter der Verschmutzung ihrer Lebensräume. Daher handelt es sich bei vielen Angehörigen der Gattung trotzdem um gefährdete Spezies. Sie selbst ernähren sich in erster Linie von Plankton.

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Die Wunder der Natur: Ungewöhnliche Fortpflanzung

Wie alle Fische produzieren Seepferdchen Eier. Diese entstehen zunächst im Weibchen und enthalten auch den Dotter. Als nächstes beginnt die Balz, die an einen gemeinsamen Tanz erinnert. An dessen Ende spritzt das Weibchen die vorbereiteten Eier in die extra dafür vorgesehene Bauchtasche des Männchens, wo sie mit dessen Sperma befruchtet werden. Dieser Vorgang kann sich mit mehreren Weibchen wiederholen, sodass sich gelegentlich bis zu 200 Eier ansammeln. Diese werden in der Bruttasche, die auch den lebensnotwendigen Gasaustausch der Eier regelt, ausgebrütet. Wenn sie sich fertig entwickelt haben, schlüpfen die Jungfische und werden vom Männchen geboren – der zugrunde liegende Vorgang nennt sich „ovovivipar“, also die Geburt lebender Tiere, die sich aber in Eiern im Körper entwickelt haben.

Autor: NZ

Bilder: Pixabay